Wir erleben sehr harte Zeiten als Planet, als Menschen und Gesellschaften.

Noch ein Mal haben wir als Menschheit das Tor zur Hölle geöffnet und der Gestank des Todes füllt die Luft.

Blut und Fleisch, verlorene Seelen und Träume vor dem Erschießungskommando.

Junge Menschen mit ihren hübschen Körpern und Augen voller Lebenssehnsucht, kauernd vor Angst, liegen deformiert in der Verwesung des Todes, verloren in den Straßen der menschlichen Bosheit.

Alte Leutchen, Opas und Omas, die jahrelang im Lebenskampf standgehalten haben und auf das Alter gewartet haben um sich endlich auszuruhen, werden als nutzlose Gegenstände von der Maschine der Macht, der Stärke und des Reichtums weggefegt.

Noch ein Mal konnte die Dunkelheit, die wir in unseren Seelen tragen, nicht das Licht werden, wie es Christus von uns verlangte. Noch ein Mal haben wir den Tod über das Leben gewählt. Die Stärke und die Macht über die Liebe.

Statt uns zu verlieben, morden wir. Statt zu leben, sterben wir. Statt zu lieben, zu umarmen, zu sprechen und zu streiten, zu spielen und zu schaffen, zu träumen und enttäuscht zu werden, hinzufallen und wieder aufzustehen, statt all dies zu tun was die Reise des Seins verschönert, morden wir und verjagen die Gnade Gottes von unserem Leben und der gesamten Schöpfung.

Das Schrecklichste daran ist, dass in kürze all diese Liebhaber der Macht und des Todes sich ihre Hände vom Blut der Unschuldigen abwaschen und sich an irgendeinen reich gedeckten Verhandlungstisch setzen werden. Sie werden wieder ein Mal Macht und Geld untereinander verteilen, sie werden weiterhin lachen, essen und trinken, ihre eigenen Kinder umarmen und in Urlaub fahren, im selben Moment, wo tausende Menschen tot sein werden für nichts und wieder nichts… Das macht mich verrückt und das muss ich euch beichten.

Wir müssen dem aber widerstehen. Wir dürfen auf keinen Fall zulassen, dass ihr Krieg und ihre Dunkelheit uns in die Verzweiflung treiben. Um sie zu stoppen, ist es wichtig, dass es uns gut geht: dass wir beten. Dass wir unsere Gedanken beruhigen. Dass wir für einander da sind. Dass wir zuhören, reden, fühlen. Dass wir uns gegenseitig umarmen, lieben und in einander verlieben. Dass wir gut schlafen, uns richtig ernähren und viel laufen. Dass wir bei Protesten und Demonstrationen teilnehmen, dass wir nicht passiv bleiben. Dass wir das Böse „an der Gurgel“ packen, wo immer wir es antreffen.

Dass wir heute das tun was wir können und was in unserer Macht steht, morgen wird es mit Gottes Hilfe irgendwie weitergehen. Aber wir müssen es tun. Verschiebe nicht auf morgen was heute getan werden kann.

Sag heute ein „ich liebe dich“, ein „entschuldige bitte“, morgen kann es zu spät sein.

Lass nicht die Angst dich umbringen, bevor es eine Kugel tut. Sei anwesend, lebe jeden Tag, jeden Moment als ob er der letzte vor der Ewigkeit ist. Glaub mir, alles was du hier erlebst, wirst du dort mitnehmen, und sorge dafür, dass du mit Licht, Gütigkeit und Freude in deinem Herzen gehst, denn was du hier erlebt hast wird ewig in deiner Seele walten.

Halte durch mein Bruder und meine Schwester, am Ende werden wieder Christus und das Leben siegen. Die Dunkelheit existiert nur, weil wir das Licht nicht angemacht haben.

Pater Charalambos Libyos Papadopoulos